150. Gründungstag von Taiping mit dem Jugendblasorchester Marktoberdorf

Im Jahr 1874 schlugen britische Truppen einen blutigen Konflikt zwischen chinesischen Gangs nieder. Noch im selben Jahr wurde der Vertrag von Pangkor zwischen den Briten und der malaiischen Verwaltung geschlossen. In der Folge entstand die Stadt Taiping, die zum Verwaltungssitz der britischen Kolonialmacht auf dem Festland wurde.

Aus diesem Anlass feierte Taiping im vergangenen Jahr das 150-jährige Wiederkehr der Stadtgründung. Die Feierlichkeiten dauern noch bis in diesen Sommer an und finden ihren Höhepunkt im „2025 Festival Pancaragam“ – einem großen Treffen von Jugend-Marschkapellen.

Zu unserer Überraschung trat auch das renommierte Jugendblasorchester Marktoberdorf mit knapp 100 Musikerinnen und Musikern auf. Wir konnten sie am Samstagabend bei einem stimmungsvollen Open-Air-Konzert sowie am Sonntagmorgen um 8:00 Uhr beim Marsch durch die Innenstadt bis zum See erleben. Insgesamt nahmen fünf weitere Jugendorchester aus Malaysia sowie eines aus Taiwan teil. Drei der teilnehmenden Gruppen waren Schulorchester aus Taiping selbst.

Probelauf am Vorabend mit öffentlichem Auftritt

Malaysische Schulband am Sonntagmorgen beim Umzug durch die Stadt

Einige Dinge erstaunten uns: Trotz der langen Marschstrecke in der prallen Sonne bei 30 °C traten alle Bands in vollständiger Uniform auf. Die Marktoberdorfer verzichteten dabei zu Gunsten von T-Shirt und Shorts auf Dirndl und Lederhosen. Bei der Abendveranstaltung in der Halle waren sie jedoch in festlicher Tracht – allerdings ohne Janker. Das sorgte bei den lokalen Zuschauern für Gesprächsstoff: Wie konnten die fesch gekleideten Mädchen in ihren Dirndln mit weitem Ausschnitt die Kleiderkontrolle passieren, wo doch alle malaysischen Gruppen mit Kopftuch und hochgeschlossen auf der Bühne standen? Das wird wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Für uns war es ein perfektes Willkommensfest – mit einer solchen Begrüßung hatten wir bei unserer Ankunft wirklich nicht gerechnet.

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