Ein Nachmittag in der Durian-Plantage

Ein heißer, sonniger Sonntag lag vor uns – ohne Programm, ohne Fitness. Vielleicht am Abend ein paar Bahnen schwimmen, wenn der Pool im Schatten liegt, ansonsten einfach nur faulenzen und essen.

Doch dann kam eine WhatsApp von unserem zukünftigen Vermieter – mit einer Einladung zu einer Tour durch seine Durianplantage.

Gesagt, getan. Wir machen uns auf den Weg, etwa 15 Minuten Autofahrt. Der Zielpunkt auf Google Maps liegt irgendwo im Nirgendwo, mitten im Grünen. Wir biegen in einen Feldweg ein und fahren bis zum Ende – ein Umspannwerk. Die Wächter mustern uns argwöhnisch. Also kehren wir um und nehmen eine frühere Abzweigung.

Vertrauenserweckend ist auch dieser Weg nicht: Warnschilder zeigen Soldaten mit Gewehren – keine beruhigenden Motive. Doch wir fahren langsam weiter. Bald erkennen wir die große Hütte am Eingang zur Plantage – das Foto davon hatten wir vorher bekommen. Angekommen!

Durian – in Südostasien eine beliebte und geschätzte Frucht – ist in Deutschland als „Stinkfrucht“ bekannt. Hier jedoch genießt der „König der Früchte“ echten Kultstatus, vergleichbar mit dem von Wein in Europa. Es gibt Durian-Verkostungen und Durian-Feste, und die Medien berichten leidenschaftlich über die zwei jährlichen Erntezeiten.

Ein 30-jähriger Durianbaum. In der Krone sind
die Früchte gut zu erkennen.

Ein Durianbaum kann bis zu 40 Meter hoch werden, doch auf Plantagen bleibt er meist unter 10 Metern, damit die Erntearbeiter – ungesichert! – auf die Bäume klettern können. Von der Blüte bis zur reifen Frucht vergehen rund 120 Tage.

Durianfrüchte werden nicht gepflückt, sondern sie müssen "vom Baum fallen", um den richtigen Reifegrad zu erhalten. Wenn eine 1-2 kg schwere Frucht aus 10 m Höhe herunterfällt, ist sie natürlich nicht mehr zu verkaufen. Daher wird jede Frucht durch dünne Seile angebunden, so dass sie beim Fallen nicht auf dem Boden ankommt. Oder bei sehr hohen Bäumen werden unter den Bäumen  Sicherheitsnetze angebracht wie bei den Trapezspringern im Zirkus. 

Ist die Frucht "vom Baum gefallen" muss sie innerhalb von drei bis vier Tagen gegessen oder verarbeitet werden.

Blick vom höchsten Punkt auf die Plantage mit Taiping im Hintergrund.

Wir fahren mit dem Land Rover durch die Plantage, steile Hänge hinauf, bis zu einem Plateau etwa 300 Höhenmeter über dem Eingang. Von hier überschauen wir etwa 1.000 Durianbäume, aber auch Jackfruit-, Bananen- und Drachenfruchtbäume.

Zurück am Ausgangspunkt gibt es dann tatsächlich eine Verkostung verschiedener Durian-Sorten. Die Früchte wiegen zwischen zwei und vier Kilogramm. Sie müssen mit einem scharfen Messer geöffnet werden, um an die Samen zu kommen – jeder von einer Schicht dicken, fleischigen, schmierigen und stark riechenden Fruchtfleischs umhüllt. Die Konsistenz erinnert an faserigen Pudding.

Der Geschmack ist intensiv, der Geruch ebenso. Und ich verstehe nun, warum die Frucht so beliebt ist. Vielen Dank an Nixon und seine Familie für diese Einladung!

Mein Fazit: Keine Angst, wenn ihr hierher kommt – es ist nicht so schlimm, wie immer behauptet wird!

Frisch geerntete Früchte, ca. 3 Pfund schwer 

Vorsichtig halten und anschneiden

Die Fruchtkammer vorsichtig öffnen ohne die Samen zu verletzen

Fertig zum Reinbeißen

Dragon fruit 


Schon wegen der Farbe ein Genuss

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