Kaffee für den Kickstart in den Tag

Ohne einen guten Kaffee, eine Kleinigkeit zu essen und die Neuigkeiten der Nacht auf dem Tablet kann für uns kein Tag beginnen. Das ist der kleine Luxus des Rentnerdaseins.

Wir frühstücken morgens nicht viel – aber dieses Wenige soll in angenehmer Atmosphäre und in guter Qualität serviert werden. Frühstücksbuffets empfinden meine Frau und ich daher oft als Zumutung: Quantität dominiert Qualität, und der Ansturm urlaubsfreudiger Gäste auf das Buffet verdirbt uns regelmäßig den Start in den Tag.

Darum frühstücken wir selten im Hotel. Lieber gehen wir in kleine, inhabergeführte Cafés – in Malaysia Kopitiams genannt – oder in Food Courts, wo Familien Getränke und einfache Frühstücksgerichte anbieten.

Zum Frühstück in einem kopitiam

Wer hier ein „continental“ oder „English breakfast“ erwartet, wird enttäuscht.

Unterschiedliche Kulturen, unterschiedlicher Geschmack.

Fangen wir mit dem Kaffee an. In Malaysia heißt er schlicht kopi. Die Kaffeebohnen werden beim Rösten mit Zucker karamellisiert, was ihn weniger bitter, aber dafür etwas süßer macht. Serviert wird kopi in vielen Varianten – so verwirrend wie die Auswahl in Wiener Kaffeehäusern. Die gängigsten, die ich mir merken kann:

  • kopi: Kaffee mit süßer Kondensmilch (gut aber nicht zum Abnehmen geeignet)
  • kopi kurang manis: wie oben, aber mit weniger Kondensmilch
  • kopi o: Kaffee, ohne Milch mit Zucker
  • kopi si: Kaffee mit Kondensmilch
  • kopi si kosong: Kaffee mit Kondensmilch ohne Zucker
  • cham: Kaffee mit schwarzem Tee mit süßer Kondensmilch

Diese Varianten gibt es auch als „ice“, also auf Eiswürfeln serviert.

kopi si kosong ice (links), kopi kurang manis (rechts)

Klebereis mit Pandanpudding

Malaien trinken neben Kaffee gern teh halia – schwarzen Tee mit Milch und frischem Ingwer – und Inder schwören auf chai, schwarzer Tee mit Gewürzen und Zucker in Milch gekocht.

Zum Frühstück gibt es meist Reis- oder Nudelgerichte. Brot, wie wir es kennen, ist selten. Am meisten deutsch ist Toast mit kaya: kaya ist eine Creme auf Basis von Kokosmilch, Ei und karamellisiertem Zucker – braun oder, mit Pandanblättern gewürzt, grün. Ich nenne es gern das „malaysische Nutella“.

Neben toast kaya esse ich gern roti canai, eine Art Pfannkuchen, serviert mit Linsen-Curry. Einmal pro Woche darf es auch eine der Varianten sein: roti pisang (mit Banane) oder roti sardin (mit Sardinen), direkt im Teig mitgebraten.

Roti canai mit Linsen-Curry und Sambal

Meine Frau bevorzugt ein Low-Carb-Frühstück. Besonders beliebt bei Chinesen ist das half-boiled egg. Zwei Eier werden in heißem Wasser (ohne weitere Wärmezufuhr) 6–10 Minuten gegart, dann aufgeschlagen und mit Pfeffer, Salz und Sojasauce in einem Glas serviert.

Half-boiled egg mit kopi

So kann der Tag beginnen.

Bevor die Hektik des Tages losgeht: Kopitiam "Teng Beng"



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