Leben auf dem Land
Meine Frau ist sehr interessiert am ursprüngliche Leben auf dem Land – und so hat sie eine Unterkunft gebucht, die ihren Gästen das ursprüngliche Leben auf dem Land näherbringen möchte: das Sukasuka Lake Retreat.
Mit „ursprünglich“ sind hier jedoch nicht die Orang Asli gemeint – jene rund 150.000 Menschen in 18 ethnischen Gruppen, die als indigene Bevölkerung auf der malaiischen Halbinsel leben.
Nachdem wir gut eine Stunde durch dichten Regenwald gefahren sind, meldet sich Frau Google: „Jetzt rechts abbiegen.“ Wirklich? Hier? Eine schmale Asphaltstraße führt zwischen Bäumen hindurch, rechts und links vereinzelt Häuser. Dann plötzlich: Gegenverkehr. Irgendwie quetschen wir uns aneinander vorbei.
Es geht weiter, nun auf trockenem Lehmboden – der Asphalt ist längst verschwunden. Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen nicht regnet. Dann die nächste Ansage: „Jetzt links abbiegen.“
Vor uns eine hölzerne Brücke, die nicht gerade Vertrauen einflößt. Ich schicke meine Frau los, um nachzuschauen, was uns auf der anderen Seite erwartet. „Da stehen Autos“, ruft sie. Also: weiterfahren.
Am Ende des Weges erwartet uns ein Mann, der uns in eine Lücke zwischen zwei Bäumen einweist. Unser Parkplatz. Ein paar Meter weiter sehe ich einen polierten Mercedes aus den 90er-Jahren – vermutlich das Auto des Besitzers.
Das Retreat liegt idyllisch an einem großen Stausee, fernab jeglicher Funkmasten. Es besteht aus einem Haupthaus, das auf Pfählen in den See gebaut ist Hier bewirtet die Familie die Gäste. Drumherum gibt es zehn Chalets mit jeweils zwei Zimmern: zwei Betten mit Moskitonetzen, ein Bad. Kein Aircon, minimale Beleuchtung, aber ein Röhrenfernseher, den wir sicherheitshalber gar nicht erst eingeschaltet haben.
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| Nur das, was man wirklich braucht. Ohne Wärmepumpe. |
Was macht man hier: schwimmen, Kajak fahren oder angeln – und das war’s im Wesentlichen.
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| Traditionelle Einrichtung im Haupthaus |
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| Blick auf den See: Einladung zum Meditieren |
Der Eigentümer ist gesprächig, spricht gut Englisch und erzählt uns, dass er selbst schon in Deutschland war – sein Sohn studierte in Freiburg. Vor rund dreißig Jahren habe er beschlossen, der Großstadt den Rücken zu kehren und auf dem Land ein neues Leben zu beginnen. Das Ergebnis ist heute das Sukasuka Lake Retreat.
Das Haus ist stilvoll traditionell eingerichtet. Man kann sich wohlfühlen, und eine frische Brise lässt vergessen, dass es draußen 35° sind. Die Frau des Hauses bereitet alle Mahlzeiten selber zu. Traditionelle malaiische Küche, mit einige westlichen Zugaben für uns Europäer. Alles schmeckt viel besser als in den Hotels der nächsten Tage. Wer bereit ist für ein paar Tage auf viele Annehmlichkeiten des modernen Lebens zu verzichten, ist hier richtig.




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