Pa Tong – zwischen Kokosöl, Tattoos und grünen Rezepten (Teil 2)
Wenn man durch die Straßen von Pa Tong schlendert und einen Blick in die Geschäfte wirft, fühlt man sich unwillkürlich an altehrwürdige Kurorte wie Bad Tölz oder Bad Füssing erinnert.
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| Gelato ist überall beliebt. Hier teurer als in Herrsching. |
Auch hier dreht sich vieles um Hotels, Restaurants und medizinische Dienstleistungen. Dazwischen findet man Luxus-Shopping-Center und kleine Läden für den täglichen Bedarf in den Seitenstraßen. Doch die Altersstruktur der Gäste ist deutlich jünger als im bayerischen Pendant – und so gibt es in Pa Tong zusätzlich ganze Unterhaltungsmeilen mit Alkohol, lauter Musik, Boxveranstaltungen und Tourenanbietern.
In diesem Blogbeitrag möchte ich mich auf die medizinischen Dienstleistungen konzentrieren.
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| Spa der oberen Preiskategorie |
Die deutschen Kurorte setzen auf Solewasser – Phuket hingegen auf das salzhaltige Meer. Nach einem ausgedehnten Bad bietet sich eine Massage oder ein Besuch im Spa an. Das Angebot ist groß – sowohl in der Auswahl als auch in der Preisspanne. Eine einfache einstündige Ölmassage kostet zwischen 8 und 50 Euro (inklusive Mehrwertsteuer). Die Preisunterschiede ergeben sich aus der Ausstattung der Anbieter, den verwendeten Ölen – und im High-End-Bereich auch aus der Qualifikation der behandelnden Dame.
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| In der mittleren Preiskategorie wird die Therapeutin auf der Straße ausgewählt. |
Für Damen besonders beliebt: All-inclusive-Pakete, die drei bis vier Stunden dauern und zum Abschalten anregen – inklusive Gesichtsbehandlung, Peeling und Waxing.
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| Wie in einem Operationssaal eines Kreiskrankenhauses |
Ich selbst habe mich zum Testen für eine einstündige Kokosölmassage entschieden – für umgerechnet etwa 11 Euro. Zu Beginn darf man sich die Masseurin aussuchen, was durchaus sinnvoll ist. Denn: Es wird intensiv gearbeitet – mit Fingern, Händen, Ellbogen, Knien und Füßen. Wenn die Masseurin der Meinung ist, ein Muskel sei verspannt, kann es durchaus passieren, dass sie ihr volles Körpergewicht zur Lösung einsetzt. Die Auswahl der Masseurin ist also entscheidend für das Wohlbefinden: Größe und Gewicht sollten zum eigenen Körperbau passen. Während der Massage ist aus sprachlichen Gründen kaum noch etwas verhandelbar – also lieber vorher gut planen.
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| Tattoo-Shop für kleiner Behandlungen (1 < m²) |
Wem das mit den Ellbogen und Knien zu viel ist, findet bei „Dr. Ink“ eine alternative Behandlungsform. Die Geschäftsräume ähneln vom Aufbau her den Massagestudios mit einer Reihe von Liegen, aber hier wird eine besondere Art von „Akupunktur“ angeboten: Mit feinen Nadeln werden Farbstoffe unter die Haut gebracht, die entspannend und durchblutungsfördernd wirken sollen – zumindest kurzfristig. Die langfristige Nebenwirkung ist bei jungen Reisenden besonders beliebt: Das entstandene Kunstwerk kann man zollfrei mit nach Hause nehmen. Auch hier gilt: Die Wahl des „Behandlers“ und vor allem des Motivs sollte wohlüberlegt sein.
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| Für jeden Geschmack etwas. Sogar Body waxing im Angebot. |
Eine weitere Form der „Pflege“ ist Männern vorbehalten – Barbershops, die es an jeder Ecke gibt. Auch hier reicht die Preisspanne von einfach bis luxuriös inkl. Gesichtsmassage. Aus meiner Beobachtung scheint der Besuch sehr entspannend zu sein – denn wer lässt sich sonst freiwillig über eine Stunde lang mit einer scharfen Klinge an der Halsschlagader rasieren? Wahrscheinlich haben die Kenner dieser Behandlung nie die Klassiker mit Robert De Niro oder Al Pacino gesehen – da verlief ein Barbershop-Besuch nicht immer so glimpflich.
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| Dr. Weed: Entspannen im Familienkreis |
Zum Schluss noch eine Dienstleistung, bei der Thailand Deutschland wieder einmal überholt hat. Während sich bei uns die „Ampel-Koalition“ im Deutschland-Turbo mit Gesetzesinitiativen herumschlägt, hat Thailand bereits eine gut laufende Industrie: Dr. Weed, einer der größten Anbieter vor Ort bietet alles rund ums grüne Kraut – zum Rauchen, zum Backen, oder auch als Creme zum Einreiben nach zu viel Sonne. Wer keinen Alkohol verträgt oder aus kulturellen oder religiösen Gründen darauf verzichtet, findet hier eine entspannende Alternative – fest etabliert, legal und gesellschaftlich längst akzeptiert. Man sollte jedoch vorsichtig sein, wo man das Kraut raucht: wie Durians so ist auch Hanfrauch in vielen Hotels nicht erlaubt.
Und jetzt entspanne ich mich ohne Weed vom anstrengenden Blog-Schreiben.
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| Dr. Weed: Entspannen vor dem nächsten Meeting |
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| One-Stop-Shopping: Brille, Zähne und (Vulkan-) Massage. Vorsicht vor der Vulkanasche! |









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