Spirituelle Orte

Kelantan liegt unmittelbar an der Grenze zu Thailand – nur etwa 15 Kilometer Luftlinie von Kota Bharu entfernt. Die Grenze folgt dem Lauf des Golok-Flusses, der nicht nur zwei Staaten, sondern auch zwei sehr unterschiedliche Kulturräume voneinander trennt.

Thailand war historisch nie kolonialisiert, während Malaysia nacheinander unter arabischem, portugiesischem und britischem Einfluss stand. Dadurch wirkt die thailändische Bevölkerung bis heute kulturell homogener, während die malaysische Seite ein Schmelztiegel von Religionen, Ethnien und Traditionen ist. Beide Länder unterscheiden sich deutlich in Sprache, Schrift und Religion: Thailand ist zu über 90 % buddhistisch, während Kelantan mit über 95 % muslimischer Bevölkerung den religiös konservativsten Bundesstaat Malaysias darstellt.

Thailand begann bereits im 19. Jahrhundert mit umfassender Modernisierung – etwa beim Eisenbahnwesen, in der Verwaltung und später auch im Tourismus. Malaysia hingegen musste nach der Unabhängigkeit 1957 zunächst seine eigene Identität finden. In vielen gesellschaftlichen Bereichen wirkt das Land daher bis heute traditioneller und stärker von kultureller Vielfalt, aber auch kulturellen Regeln geprägt.

Das Grenzgebiet ist bis heute von einer starken Polizei- und Militärpräsenz geprägt. Auf unserer Fahrt wurden wir an einem Tag gleich dreimal an Polizeisperren kontrolliert. Im Fokus stehen Schmuggel (Drogen, Waffen, Menschenhandel) sowie terroristische Aktivitäten im Süden Thailands, wo eine muslimische Minderheit seit Jahren – mal friedlich, mal gewaltsam – für eine Abspaltung kämpft.

Unser Ziel war jedoch rein kultureller Natur: der Tempel Wat Phothivihan, auch bekannt als Sleeping Buddha. Der riesige, liegende Buddha misst beeindruckende 40 Meter und zählt zu den größten seiner Art in Südostasien. Er wurde in den 1970er Jahren erbaut und hat sich seither zu einem spirituellen Zentrum der Siam-Thai-Gemeinschaft in Kelantan entwickelt.

Neben der imposanten Statue finden sich chinesische Pavillons, bunt verzierte Stupas und buddhistische Wandmalereien. Ein Ort der Stille, der Fotografie – und ein faszinierender Einblick in die buddhistische Vielfalt Malaysias.


Doch auch die islamische Architektur beeindruckt: In Kota Bharu und Umgebung haben wir mehrere beeindruckende Moscheen entdeckt, über die wir ebenfalls berichten möchten.

 Link zu weitere Fotos


Ar‑Rahman Moschee

Gebetsraum der Männer in der Muhammadi Moschee

Al-Ismaili oder königliche Moschee


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