Stille Tage in Pa Tong Beach (Teil 1)
Aus visatechnischen Gründen muss ich Malaysia alle 90 Tage verlassen. Sobald wir eine Stromrechnung auf unseren Namen erhalten haben, kann ich ein Ehegattenvisum beantragen – das ist unser nächster Schritt.
Deshalb habe ich mich entschlossen, rechtzeitig auszureisen, um anschließend wieder für weitere 90 Tage in Malaysia bleiben zu können. Meine Wahl fiel auf Thailand, genauer gesagt Phuket: nur 40 Minuten Flug entfernt und mit ein wenig Abwechslung im Gepäck.
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| Phuket Tsunami Memorial Vor 20 Jahren verloren in einer Nacht geschätzte 230.000 - 250.000 Menschen ihr Leben. Viele saßen wie ich genau hier und schauten in den Sonnenuntergang. |
Seit zwei Tagen bin ich nun in Patong – ein Ort, den manche mit Benidorm vergleichen würden, andere vielleicht eher mit "Sodom und Gomorrha". Ich selbst sehe ihn als einen faszinierenden Ort, um das Menschliche zu erleben. Hier pulsiert das Leben mit einer Energie, wie ich sie lange nicht gespürt habe. München oder Kuala Lumpur sind natürlich auch lebhaft – aber auf andere Weise. Für jemanden wie mich aus dem ruhigen Herrsching fühlt sich Patong eher an wie ein Ort, an dem man seinen Airbag immer dabeihaben sollte: Hier gibt es den Zusammenprall der Kulturen (clash of cultures).
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| Vor dem Frühstück |
Menschen aus aller Welt kommen hierher – um Spaß zu haben, um zu leben oder um zu überleben. Es begegnen sich jene, die kaum Geld haben, aber mit harter Arbeit versuchen, ihr Leben etwas angenehmer zu gestalten – und solche, die mehr besitzen, als sie eigentlich brauchen, und es mitunter für Dinge wie zu viel Essen, Alkohol, Drogen oder Sex ausgeben.
Ich sitze gern zur Happy Hour mit dem Bier des Tages in einem Straßencafé und beobachte die vorbeiziehenden Menschen. Es erinnert mich an eine Szene aus „Star Wars“: der Held sitzt in einer Bar, umgeben von Wesen aus allen möglichen Galaxien – einige mit Haut, andere mit Fell oder Schuppen. Aufreizend gekleidete, fast nackte Gestalten laufen neben Familien mit Kindern, dazwischen Frauen mit Kopftuch oder sogar Vollverschleierung, bei denen selbst die Sehschlitze mit Sonnenbrillen verborgen sind.
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| Von traditioneller Kleidung bis ... |
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| ... jugendlich naiv: hoffentlich hat der Fahrer nichts getrunken |
Und doch: Alle genießen ihre wenigen Urlaubstage – friedlich, entspannt, oft mit einem Lächeln auf den Lippen, wenn man sich zufällig berührt oder aneinander vorbeischiebt. Jeder isst und trinkt, was er will: Fleisch oder vegan, halal oder haram, Alkohol oder Tee.
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| Es könnte auch in Rimini sein |
Ich muss an Warren Buffetts Begriff von der „Ovarian Lottery“ ein – der „Eierstocklotterie“ denken:
Der Erfolg eines Menschen hängt maßgeblich davon ab, wo, wann und unter welchen Umständen er geboren wurde.
Am besten nicht in Afghanistan, nicht in einem Krieg und nicht als Kind von Hartz-IV-Empfängern.






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