Nach vielen Jahren des Grübelns und Monaten der Planung und Vorbereitung sitze ich an einem späten Abend im Flugzeug auf der Startbahn in München. Die Kabine ist gedämpft beleuchtet, draußen liegt die Stadt im Dunkel. Der Stress der letzten Tage – in denen alles Schlag auf Schlag ging, jede Entscheidung sitzen musste – hängt noch schwer in meinen Gliedern. Die Abschiede, die Umarmungen, die letzten Blicke – sie wirken nach. Es war zu viel, zu endgültig. Ich nippe an meinem Sekt. Der erste Moment, in dem ich nichts mehr tun kann, nichts mehr entscheiden muss. Nur sitzen, atmen, warten. Versuchen loszulassen – das, was „Zuhause“ war, was „Heimat“ bedeutete. Worte, die plötzlich ihre Bedeutung verloren haben. Viele Gedanken schwirren mir durch den Kopf – ungeordnet, wirr, wie aufgescheuchte Vögel. In meinem inneren Bild sehe ich mich an einer Liane hängend, schwingend von einem vertrauten Ufer ins Ungewisse. Unter mir tost der Fluss – wild, dunkel, träge. Und vor mir? Nur Nebel. Nur Wolke...
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