Posts

Es werden Posts vom Juli, 2025 angezeigt.

Pa Tong – zwischen Kokosöl, Tattoos und grünen Rezepten (Teil 2)

Bild
Wenn man durch die Straßen von Pa Tong schlendert und einen Blick in die Geschäfte wirft, fühlt man sich unwillkürlich an altehrwürdige Kurorte wie Bad Tölz oder Bad Füssing erinnert. Gelato ist überall beliebt. Hier teurer als in Herrsching.  Auch hier dreht sich vieles um Hotels, Restaurants und medizinische Dienstleistungen. Dazwischen findet man Luxus-Shopping-Center und kleine Läden für den täglichen Bedarf in den Seitenstraßen. Doch die Altersstruktur der Gäste ist deutlich jünger als im bayerischen Pendant – und so gibt es in Pa Tong zusätzlich  ganze Unterhaltungsmeilen mit Alkohol, lauter Musik, Boxveranstaltungen und Tourenanbietern. In diesem Blogbeitrag möchte ich mich auf die medizinischen Dienstleistungen konzentrieren. Spa der oberen Preiskategorie Die deutschen Kurorte setzen auf Solewasser – Phuket hingegen auf das salzhaltige Meer. Nach einem ausgedehnten Bad bietet sich eine Massage oder ein Besuch im Spa an. Das Angebot ist groß – sowohl in der Auswahl als ...

Stille Tage in Pa Tong Beach (Teil 1)

Bild
Aus visatechnischen Gründen muss ich Malaysia alle 90 Tage verlassen. Sobald wir eine Stromrechnung auf unseren Namen erhalten haben, kann ich ein Ehegattenvisum beantragen – das ist unser nächster Schritt. Deshalb habe ich mich entschlossen, rechtzeitig auszureisen, um anschließend wieder für weitere 90 Tage in Malaysia bleiben zu können. Meine Wahl fiel auf Thailand, genauer gesagt Phuket: nur 40 Minuten Flug entfernt und mit ein wenig Abwechslung im Gepäck. Phuket Tsunami Memorial Vor 20 Jahren verloren in einer Nacht geschätzte 230.000 - 250.000 Menschen ihr Leben. Viele saßen wie ich genau hier und schauten in den Sonnenuntergang. Seit zwei Tagen bin ich nun in Patong – ein Ort, den manche mit Benidorm vergleichen würden, andere vielleicht eher mit "Sodom und Gomorrha". Ich selbst sehe ihn als einen faszinierenden Ort, um das Menschliche zu erleben. Hier pulsiert das Leben mit einer Energie, wie ich sie lange nicht gespürt habe. München oder Kuala Lumpur sind natürlich a...

Ein Abgesang: TUI's Blues

Bild
Mit TUI verbindet mich eine ganz persönliche Geschichte. Kurz nach dem Studium hatte ich das Glück, über Restpostenregelungen TUI-Reisen für nur 20 % des Listenpreises zu bekommen – ein Angebot für Mitarbeiter. So führte mich 1984 meine erste Reise nach Asien nach Phuket. Genau dorthin, wo ich heute, rund 40 Jahre später, erneut bin. TUI war danach lange nicht mehr mein Reisestil. Erst unsere Kreuzfahrt mit MeinSchiff hat mich wieder überzeugt: durchdacht, gut organisiert, einfach stimmig. Umso überraschter waren wir, als wir erfuhren, dass es in unserer Nähe ein Hotel der Marke „ TUI BLUE – Hotels designed for you “ gibt. Laut Beschreibung richtet sich diese Marke " an Individualreisende, die ein authentisches Urlaubserlebnis suchen – mit moderner Atmosphäre, hochwertiger Ausstattung und regionalem Einfluss in Design und Küche ". Blick aus einem Apartment auf Lagune und Infinity-Pool. Rechts ist einer der drei Wohntürme. Genau das klang nach uns. Also planten wir auf der Rüc...

Leben auf dem Land

Bild
Meine Frau ist sehr interessiert am ursprüngliche Leben auf dem Land – und so hat sie eine Unterkunft gebucht, die ihren Gästen das ursprüngliche Leben auf dem Land näherbringen möchte: das Sukasuka Lake Retreat . Mit „ursprünglich“ sind hier jedoch nicht die Orang Asli gemeint – jene rund 150.000 Menschen in 18 ethnischen Gruppen, die als indigene Bevölkerung auf der malaiischen Halbinsel leben. Nachdem wir gut eine Stunde durch dichten Regenwald gefahren sind, meldet sich Frau Google: „Jetzt rechts abbiegen.“ Wirklich? Hier? Eine schmale Asphaltstraße führt zwischen Bäumen hindurch, rechts und links vereinzelt Häuser. Dann plötzlich: Gegenverkehr. Irgendwie quetschen wir uns aneinander vorbei. Es geht weiter, nun auf trockenem Lehmboden – der Asphalt ist längst verschwunden. Ich hoffe, dass es in den nächsten Tagen nicht regnet. Dann die nächste Ansage: „Jetzt links abbiegen.“ Vor uns eine hölzerne Brücke, die nicht gerade Vertrauen einflößt. Ich schicke meine Frau los, um nachzusch...

Spirituelle Orte

Bild
Kelantan liegt unmittelbar an der Grenze zu Thailand – nur etwa 15 Kilometer Luftlinie von Kota Bharu entfernt. Die Grenze folgt dem Lauf des Golok -Flusses, der nicht nur zwei Staaten, sondern auch zwei sehr unterschiedliche Kulturräume voneinander trennt. Thailand war historisch nie kolonialisiert, während Malaysia nacheinander unter arabischem, portugiesischem und britischem Einfluss stand. Dadurch wirkt die thailändische Bevölkerung bis heute kulturell homogener, während die malaysische Seite ein Schmelztiegel von Religionen, Ethnien und Traditionen ist. Beide Länder unterscheiden sich deutlich in Sprache, Schrift und Religion: Thailand ist zu über 90 % buddhistisch, während Kelantan mit über 95 % muslimischer Bevölkerung den religiös konservativsten Bundesstaat Malaysias darstellt. Thailand begann bereits im 19. Jahrhundert mit umfassender Modernisierung – etwa beim Eisenbahnwesen, in der Verwaltung und später auch im Tourismus. Malaysia hingegen musste nach der Unabhängigkeit 19...

Das traditionelle Malaysia

Bild
Wir sind unterwegs in einem der traditionelleren Bundesstaaten Malaysias – in Kelantan . Während Kuala Lumpur eine internationale Metropole ist und Taiping als regionale Stadt gilt, steht Kelantan für das ländliche, ursprüngliche Malaysia. Wenn ich jemandem das traditionelle Bayern zeigen wollte, wären München oder Augsburg nicht die richtige Wahl – vielmehr Orte wie Garmisch oder das Oberallgäu. In ähnlicher Weise ist Kelantan ideal, um die Natur und die traditionellen Lebensweisen des Landes kennenzulernen – beides ist hier reichlich vorhanden. Von Taiping nach Kota Bharu , der Hauptstadt Kelantans , sind es rund 330 Kilometer. Für diese Strecke benötigt man mit dem Auto mindestens fünfeinhalb Stunden. Die Fahrt führt durch endlosen Regenwald, oft über viele Kilometer ohne Kreuzung oder Abzweigung. Über die für uns ungewohnten Verkehrszeichen habe ich bereits berichtet. Immer wieder tauchen kleine Siedlungen auf – einfache Häuser am Straßenrand, mit Tischen davor, auf denen Früchte u...

Magische Momente

Bild
In der vergangenen Woche haben wir endlich unseren Mietvertrag unterschrieben – und damit gab es keinen Grund mehr, weiterhin im Hotel in Taiping zu wohnen. Also beschlossen wir, ins nordöstliche Hinterland aufzubrechen. Dort ist es, wie man in Malaysia sagt, sehr ulu – abgelegen, einsam, weit weg von allem. Das wohl treffendste deutsche Wort dafür wäre „Zonenrandgebiet“. Es handelt sich um eine weitgehend unberührte Region mit ausgedehnten Regenwäldern, in denen es – so heißt es – noch Elefanten und sogar Tiger geben soll. Wir sind neugierig und voller Vorfreude. Je weiter wir fahren, desto mehr wundern wir uns über die merkwürdigen Verkehrsschilder. Eine knappe Stunde geht es auf einer schmalen, einspurigen Straße voran – ohne eine einzige richtige Kreuzung. Nur hin und wieder zweigen Feldwege in den dichten Wald ab. Der Handyempfang wird zunehmend schwächer, doch immerhin begegnen uns regelmäßig Autos – noch. Schließlich erreichen wir unser Hotel – und sofort spüren wir die besonde...

Kaffee für den Kickstart in den Tag

Bild
Ohne einen guten Kaffee, eine Kleinigkeit zu essen und die Neuigkeiten der Nacht auf dem Tablet kann für uns kein Tag beginnen. Das ist der kleine Luxus des Rentnerdaseins. Wir frühstücken morgens nicht viel – aber dieses Wenige soll in angenehmer Atmosphäre und in guter Qualität serviert werden. Frühstücksbuffets empfinden meine Frau und ich daher oft als Zumutung: Quantität dominiert Qualität, und der Ansturm urlaubsfreudiger Gäste auf das Buffet verdirbt uns regelmäßig den Start in den Tag. Darum frühstücken wir selten im Hotel. Lieber gehen wir in kleine, inhabergeführte Cafés – in Malaysia Kopitiams  genannt – oder in Food Courts, wo Familien Getränke und einfache Frühstücksgerichte anbieten. Zum Frühstück in einem kopitiam Wer hier ein „ continental “ oder „ English breakfast “ erwartet, wird enttäuscht. Unterschiedliche Kulturen, unterschiedlicher Geschmack. Fangen wir mit dem Kaffee an. In Malaysia heißt er schlicht kopi . Die Kaffeebohnen werden beim Rösten mit Zucker kara...

Zwischen Erinnerung und Alltag – ein Halt am Taiping War Cemetery

Bild
In meiner Jugend war Kriegsgräberfürsorge ein allgegenwärtiges Thema – in den Medien ebenso wie in der Schule. Gedenkveranstaltungen, Dokumentationen, Mahnmale: Sie lenkten unseren Blick auf die Schlachtfelder Europas. Dabei geriet leicht in Vergessenheit, dass der Zweite Weltkrieg weit über die Grenzen Europas hinausging – ein globaler Konflikt mit Spuren in allen Teilen der Welt. Malaya, wie Malaysia damals hieß, stand zwischen Dezember 1941 und September 1945 unter japanischer Besatzung. Was viele nicht wissen: Bei der Verteidigung und Rückeroberung verloren schätzungsweise 120.000 alliierte Soldaten ihr Leben oder gelten bis heute als vermisst. Eine Zahl, die selten Erwähnung findet. Taiping Soldatenfriedhof: Blick auf einen Teil der nicht-christlichen Gräber Ich lebe heute hier. Und jedes Mal, wenn ich zu meiner Bergwanderung aufbreche, führt mein Weg am Taiping War Cemetery vorbei. Ich rausche vorbei – ein paar Sekunden Blick aus dem Autofenster. Doch ein Gedanke bleibt. Heute h...

"Squid Games" mit Spanferkel zum Wochenende

Bild
Unser Freund Anand ist ein gut vernetzter Mensch. Er kennt Gott und die Welt und weiß genau, wo in Taiping die Post abgeht. So auch diesmal: Es stand ein besonderes Event bei „Uncle Don's“ an – einem der beiden Bierlokale im westlichen Stil in der Stadt. Uncle Don's Motto: "Live like a Don everyday" Die Organisation und der Ablauf waren für uns etwas ungewohnt: Der Eintritt war frei, aber eine Reservierung war erforderlich. Das Buffet samt Spanferkel war kostenlos, nur die Getränke mussten bezahlt werden. Eine Liveband mit Karaoke-Einlage war inklusive. Das Ganze sollte um 19:30 Uhr starten und etwa zwei Stunden dauern. Wir waren natürlich pünktlich – und fast die einzigen. Die meisten Gäste trafen gegen 20:00 Uhr ein, genauso wie das Spanferkel. Mit der traditionellen chinesischen Dekoration: Rose auf Kopf und Schwanz In der Zwischenzeit lief eine Promotion-Tour für eine koreanische Biermarke, natürlich stilecht mit Figuren aus „Squid Games“, dem koreanischen Blockb...